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Europaausschuss: Bessere Bildungs- und Teilhabemöglichkeiten für die Jugend

EU-Jugendstrategie soll gemeinsame europäische Jugendpolitik stärken

29.10.2018 - Ist Politik für Jugendliche eine europäische Aufgabe? Mit dieser Frage befasste sich auch der Europaausschuss des Landtags in seiner vergangenen Sitzung. Die EU-Jugendstrategie soll die gemeinsame jugendpolitische Arbeit zwischen den EU-Mitgliedsstaaten stärken. Die Europäische Kommission hat Vorschläge für eine neue EU-Jugendstrategie für 2019 bis 2027 gemacht. Klaus Peter Lohest, Abteilungsleiter im rheinland-pfälzischen Jugendministerium, informierte darüber im Ausschuss.

Ein aktueller Forschungsbericht der EU-Kommission zeige, dass sich die Lebenssituation von jungen Menschen in der EU generell verbessert hat. Gleichzeitig seien noch immer viele von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Lohest erklärte, die gesellschaftlichen Veränderungen führten zu Ungleichheiten für eine noch immer zu große Gruppe junger Menschen. „Ein demokratisches und soziales Europa kann sich das nicht leisten“, betonte er.

Junge Menschen sollen mehr mitentscheiden können

Die EU-Jugendstrategie biete daher gute Ansätze, um die Ausgrenzung junger Menschen zu verhindern und um sie zu ermutigen, gesellschaftlich aktiv mitzugestalten. Schwerpunkte der neuen Strategie seien die verstärkte Verantwortung für die Teilhabe junger Menschen mit geringeren Chancen, eine weitere Profilierung der Jugendarbeit und die Verbindung von EU-Jugendpolitik und EU-Jugendprogrammen. Im Rahmen der EU-Jugendstrategie sollten Bildungs- und Teilhabemöglichkeiten, auch für sozial Benachteiligte, verbessert werden, sagte Lohest. Junge Menschen sollten an politischen Entscheidungen in Europa bei den für sie relevanten Lebensbereichen teilhaben. Lohest findet es deshalb wichtig, dass Voraussetzungen für eine tatsächliche Beteiligung geschaffen werden.

Ausbau von Erasmus+ als ein Baustein der EU-Jugendstrategie

Lohest erklärte, die Umsetzung der EU-Jugendstrategie finde in den Mitgliedsstaaten und in den Regionen vor Ort bereits statt. Doch die neue EU-Jugendstrategie solle sich stärker auf die grenzüberschreitende Mobilität, die Weiterentwicklung von Angeboten der Jugendarbeit, die Thematisierung gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und die Stärkung von Vielfalt fokussieren. Ein konkretes Beispiel sei das Vorhaben, das EU-Förderprogramm Erasmus+ programmatisch und finanziell auszugestalten.

Begegnungen machen Europa für junge Menschen erlebbar

Heike Scharfenberger von der SPD-Landtagsfraktion ist froh, dass die Kommission die Jugendstrategie entwickelt hat. Denn „es muss nicht jedes Land das Rad neu erfinden.“ Mit der Jugendstrategie auf Europaebene könnten gute Beispiele aus dem einen Land in das andere Land übertragen werden. Es sei ein gutes Signal aus Europa, dass Erasmus+ deutlich ausgeweitet wird. Denn durch die Begegnung in anderen Ländern werde Europa für junge Menschen erlebbar.

 
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