Direkt zum Inhalt

„Ein naturnaher, nachhaltiger und klimafreundlicher Baustoff“

Landesbeirat Holz Rheinland-Pfalz diskutiert beim Parlamentarischen Abend über Vorteile des Bauens mit Holz

Foto: Architektin Gerlinde Wolf
Foto: Architektin Gerlinde Wolf
09.10.2018 - Wie bleibt das Wohnen in der Stadt und auf dem Land - ob zur Miete oder beim Bauen - erschwinglich? Darüber hat der rheinland-pfälzische Landtag in einer Aktuellen Debatte des vergangenen Plenums diskutiert. Da passte es thematisch ausgezeichnet, dass der Landesbeirat Holz Rheinland-Pfalz am selben Tag zum Parlamentarischen Abend ins Landesmuseum einlud.

Kein Widerspruch: Klimaschutz und neuer Wohnraum

„Holz ist ein naturnaher, nachhaltiger und klimafreundlicher Baustoff“, erklärte Landtagspräsident Hendrik Hering. Denn zum einen binde Wald Kohlendioxid, zum anderen habe Holz tolle Eigenschaften in der Wärmedämmung. „Nachhaltig zu wirtschaften und den Klimawandel wenigstens zu bremsen, ist ein wichtiges politisches Ziel“, betonte Hering. Ebenso wichtig sei es, finanzierbare Ein- oder Mehrfamilienhäuser und günstigen Wohnraum in Ballungsgebieten zu schaffen. Leider sähen viele einen Widerspruch zwischen Klimaschutz und dem Entstehen von Wohnraum. Doch energiesparende Holzgebäude oder das Erweitern bestehender Bausubstanz mit Holz könnten helfen, dieses Dilemma zu überwinden.

Starker Wirtschaftszweig 

Der Landesbeirat Holz bilde dabei das Netzwerk aller an der Holzwirtschaft beteiligten Branchen – von den Forstbetrieben bis zur Papierverarbeitung. Damit repräsentiere er einen der drei stärksten Wirtschaftszweige in Rheinland-Pfalz. „In seinem fünfzehnjährigen Bestehen hat der Landesbeirat viel dazu beigetragen, das Bewusstsein für die wirtschaftliche Bedeutung unserer Wälder zu schärfen“.

Der Landtagspräsident ist sich sicher, dass Holz nicht nur den Verstand, sondern auch das Herz anspricht. „Die meisten von uns empfinden Holzhäuser als sympathisch. Sie fügen sich  harmonisch in ihre Umgebung ein“. Der Wettbewerb „Holzbaupreis Rheinland-Pfalz“ zeige, zu welchen Leistungen die Holzbauarchitektur heute fähig ist. Besonders beeindruckt ist Hering vom preisgekrönten temporären Holz-Schulgebäude „mobi:space“ in Trier.

Wohnraum schaffen mit Stockwerken aus Holz

Gerd Loskant, Vorsitzender des Landesbeirats Holz Rheinland-Pfalz, verdeutlichte, dass der Rohstoff Holz in den heimischen Wäldern wachse und die Verarbeitung in der Nähe stattfinde. Das ermögliche kurze Transportwege und kostengünstiges Bauen vor Ort. Mehr Mut wünschte sich Loskant vom Gesetzgeber und den Genehmigungsbehörden. Achtstöckige Gebäude seien in Ländern wie Baden-Württemberg und Hamburg die Normalität. In Rheinland-Pfalz hingegen ende der Holzbau bei fünf Stockwerken. Auch Umwelt- und Forstministerin Ulrike Höfken erklärte, vorhandene Gebäude stellten ein großes Potenzial zur Wohnraumschaffung dar. Gerade in den Städten könnten Gebäude um ein oder gar zwei Stockwerke erweitert werden. Das geringe Gewicht und die statischen Eigenschaften sprechen für den Baustoff Holz, findet Höfken.

 
  zum Seitenanfang
Übersicht der TastaturkürzelAktuellesDokumente