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Innenausschuss: Immer mehr Polizisten brechen Studium ab

Sportliche Hürden oft zu hoch

24.04.2018 - Polizistinnen und Polizisten müssen in Einsätzen topfit sein. Geistig wie vor allem auch körperlich, da es mitunter auch um Leben und Tod gehen kann. Dabei müssen sie noch Schutzwesten, Helme und Waffen tragen. Dass hier Sportlichkeit wichtig ist, liegt auf der Hand. Einige junge Menschen, die an der Hochschule der Polizei studieren, um später Polizistin oder Polizist zu werden, erfüllen während des Studiums diese sportlichen Voraussetzungen allerdings nicht mehr und müssen die Hochschule verlassen. Mit dieser Thematik beschäftigte sich auf Antrag der AfD-Fraktion der Innenausschuss des Landtags in seiner jüngsten Sitzung.

Weitere Gründe für einen Abbruch des Studiums sind zum Beispiel gesundheitliche Probleme oder sie scheiden freiwillig aus. Die Gesamtzahl der Studienabbrecherinnen und –abbrecher bewegt sich für die Jahre 2012 bis 2017 zwischen 10 und 14 Prozent. Seit dem Jahr 2014 zeichnet sich eine steigende Tendenz ab.


Qualitätsanspruch wird nicht gesenkt

Innenminister Roger Lewentz machte im Ausschuss deutlich, dass sich eine solche Entwicklung im gesamten Hochschulraum zeigt, aber an der Hochschule der Polizei der Qualitätsanspruch nicht gesenkt werde. Die AfD-Fraktion bat Lewentz darum zu erläutern, mit welchen Maßnahmen dieser Entwicklung begegnet werden könnte.

Bisher wurden beispielsweise die Anzahl der Wiederholungsmöglichkeiten von Prüfungen erhöht, Vertrauensdozenten eingeführt und sportlich leistungsschwache Kandidaten besonders gefördert, berichtete der Innenminister. Darüber hinaus werden im Jahr 2018 insgesamt 580 Polizeikommissar-Anwärterinnen und –Anwärter neu eingestellt, um die Abbrecherquote auszugleichen. Laut Innenminister Lewentz werde des Weiteren geprüft, ob ein Online-Selbsttest im Rahmen der Bewerbung sowie mehr Sportprüfungen im Studium hilfreich sein könnten.

Fraktionsübergreifend wurde begrüßt, dass die Leistungsanforderungen beim Polizei-Studium nicht gesenkt werden.

 
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