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Rheinland-pfälzische Städte erlebbar machen

Enquete-Kommission diskutiert über neue Wege im Städte- und Kulturtourismus

07.06.2018 - Rheinland-Pfalz ist bekannt für seinen guten Wein, seine dichten Wälder und seine schönen Wanderwege. Aber wie schlagen sich die rheinland-pfälzischen Städte? In der letzten Enquete-Kommission haben die Abgeordneten mit Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft über den Kultur- und Städtetourismus in Rheinland-Pfalz gesprochen.

Kultur muss vernetzt sein

August Moderer, Geschäftsführer von Mainzplus Citymarketing, ist sich sicher: Kulturell hat Rheinland-Pfalz viel zu bieten. Nur müsse das Kulturangebot besser vernetzt und vermarktet werden. Das Reiseverhalten habe sich nämlich verändert. „Wir leben in einer Erlebnisgesellschaft.“ Davon profitiere der Städte- und Kulturtourismus. So entwickle sich Fastnacht in Mainz seit Jahren positiv, insbesondere was die Übernachtungszahlen betreffe. Auch die Disney-Ausstellung im Mainzer Landesmuseum sei ein Erfolg. Schon jetzt haben über 30.000 Touristen die Ausstellung besucht, erzählte Moderer. Er empfiehlt, dass die Kulturschaffenden intensiver zusammenarbeiten. Nur so könne es gelingen, eine Stadt wirklich erlebbar zu machen.


Erlebnisse von Stadt und Land kombinieren

Knut Scherhag, Professor im Fachbereich Touristik an der Hochschule Worms, findet, dass die rheinland-pfälzischen Städte stärker in die Wahrnehmung der Menschen rücken müssen. Die Stadt als Reiseziel müsse sich im Bewusstsein der potenziellen Zielgruppen festsetzen. Dabei spiele auch die Weiterentwicklung der Infrastruktur eine Rolle. Im Stadtbild sollten „Wohlfühlelemente“ verankert werden. Dazu müsse auch die Technik Schritt halten und das WLAN-Netz ausgebaut werden. Die Erlebnisse von Stadt und Land sollten miteinander kombiniert und als Gesamtpaket kommuniziert werden, erklärte Scherhag. Die Vielfalt von Rheinland-Pfalz betrachtet er dabei als Chance. Die regionalen Highlights sollten zu thematischen Angeboten gebündelt werden. Die wirtschaftliche Bedeutung des Kulturtourismus lasse sich aber nur schwer beziffern. Denn warum Menschen eine Reise antreten, habe immer mehrere Gründe.


Dachmarke soll klares Bild von Rheinland-Pfalz vermitteln

Die Abgeordneten diskutierten in der Sitzung auch über die Entwicklung einer Dachmarke für Rheinland-Pfalz. Auch zu diesem Thema hatten sie sich mit Experten ausgetauscht. Daniela Schmitt, Staatssekretärin des Wirtschaftsministeriums, zeigte sich überrascht vom Ergebnis der Anhörung. Denn die Experten hätten davon abgeraten, ein Bild der Vielfalt von Rheinland-Pfalz zu vermitteln. Vielmehr solle die Dachmarke ein klares Bild des Bundeslandes erzeugen. Dann könnten Menschen sich leichter für ein Reiseziel entscheiden. „In Rheinland-Pfalz müssen wir unseren ganz eigenen Weg finden“, machte Schmitt deutlich. Nina Klinkel von der SPD-Fraktion sprach sich für eine Dachmarke aus. Denn eine solche Marke schaffe nicht nur Image nach außen, sondern auch Identität nach innen. Gabriele Wieland von der CDU-Fraktion verdeutlichte, dass Markenprozesse viel Zeit beanspruchen. Wieland betonte, die Bürgerinnen und Bürger sollten beim Prozess der Markenentwicklung einbezogen werden. Auch der AfD-Abgeordnete Martin Louis Schmidt zog in Betracht, die Öffentlichkeit mit ins Boot zu holen. Steven Wink von der FDP-Fraktion betonte, es solle keine alleinstehende Tourismusmarke geben. Er bevorzuge eine Wirtschafts- und Standortmarke. Auch die GRÜNEN-Abgeordnete Jutta Blatzheim-Roegler findet es richtig, beim Thema Dachmarke zu bedenken, dass Tourismus immer ein Teil der Wirtschaft ist.

 
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